Samstag, 13. November 2010

Eben zugeklappt





Gina Mayer, Die verlorenen Schuhe 










Kurzbeschreibung:
Als sie sich im Winter 1944/45 erstmals begegnen, liegen Welten zwischen Inge aus Schlesien und Wanda aus Polen. Inges Gedanken kreisen um die nahe Zukunft: das Abitur, das Konservatorium und die bevorstehende Eheschließung mit Wolfgang von Brandt. Die Folgen des Krieges registriert sie höchstens am Rande, die Fremdarbeiter auf dem elterlichen Gut nimmt sie kaum wahr. Wanda dagegen hat den Krieg bereits hautnah erlebt: Wie es ihrer Familie geht, weiß sie nicht. Die Deutschen haben sie aus Krakau verschleppt, die Zukunft liegt bereits hinter ihr. Alle Kraft konzentriert sie auf das Hier und Jetzt, jedes Fehlverhalten kann tödlich sein. Als die Rote Armee naht, müssen Inge und Wanda ihren Weg nach Westen gemeinsam finden. Das Überleben der einen liegt in der Hand der anderen. Für ihren Roman hat Gina Mayer viele Zeitzeuginnen befragt. Eines dieser Interviews ist im Anhang abgedruckt.


Wie Ihr ja schon sicher bemerkt hat, bin ich ziemlich nah am Wasser gebaut, das weiß jeder, der heute ins Wohnzimmer kam und mich mit dem Buch auf dem Sofa gesehen hat. Ich war schnell mittendrin in dieser Geschichte um Inge und Wanda. Es war kaum möglich, unbeteiligt zu bleiben und eben das macht für mich ein gutes Buch aus. Ich glaube, dass es mich besonders berührt hat, weil mir immer wieder durch diese klare Sprache deutlich gemacht wurde, dass es sich um das echte Leben handelt und nicht um einen "Indiana Jones Roman". 
Es ist eine Geschichte über die Flucht, aber es ist auch eine Geschichte über Freundschaft und das Erwachsenwerden. Dieses Buch müsste in Schulen gelesen werden, ich bin mir sicher, dass man so Jugendlichen Geschichte nahe bringen kann.
Mich persönlich hat ein Satz von Wanda besonders angesprochen. Sie sagt (auf Seite 338):"Ich glaube, es gibt kein Ziel. Ich glaube, dass das Leben immer weitergeht, bis es einmal zu Ende ist. Man ist immer unterwegs." Ich wünsche mir, dass ich daran ab und zu denke, vor allem dann, wenn ich mal wieder glaube, dass schon alles gelaufen ist...

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